Die Altersarmut betrifft immer mehr Menschen in Deutschland

Die Altersarmut betrifft immer mehr Menschen in Deutschland

Altersarmut: Fast jeder Fünfte über 65 Jahre ist armutsgefährdet in Deutschland

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Einleitung

Herzlich willkommen zurück auf unserem Blog finanzenparkett.de. Dieser Blog Beitrag wird dir präsentiert von Gerrit und Jannik. Unser Ziel ist es die private Altersvorsorge aber auch die Aktienkultur in Deutschland aktiv zu fördern. Heute wollen wir über ein sehr ernstes Thema mit dir reden, nämlich der Altersarmut, die immer mehr Menschen in Deutschland betrifft oder noch betreffen wird! Über dieses Thema wird unserer Meinung nach viel zu wenig berichtet. Und wenn darüber berichtet wird, dann werden fast nie geeignete Lösungsansätze für dieses Problem angesprochen. Es wird meistens nur an die Politik appelliert das Rentensystem zu überarbeiten! Diese Beschwerde mag in Teilen richtig sein, aber die Wurzel der Altersarmut lässt sich damit nicht erreichen.

Falls du diesen Artikel lieber anhören möchtest, dann hör schau doch mal gerne bei unserem Podcast Finanzen.Parkett vorbei. Hier kommst du zur passenden Folge:

Wer ist überhaupt von Altersarmut betroffen?

Laut einer Studie zur Entwicklung von Altersarmut bis 2036 der Bertelsmann Stiftung gelten alle Haushalte als altersarmutgefährdet, sobald das Haushaltseinkommen geringer als 60% des Medianeinkommens in Deutschland ist. Diese Personen sind im Alter stark von der Altersarmut gefährdet und sind gegebenenfalls darauf angewiesen ihr Rente durch die staatliche Grundsicherung aufzustocken. Das damit kein schönes Leben möglich ist, muss man hier glaube ich nicht diskutieren. Das Armutsrisiko steigt gleichermaßen mit dem Jahr beim Renteneintritt. Im Zeitraum von 2015-2020 von etwa 16% und in den 2030er Jahren wird das Armutsrisiko auf 20% steigen. Das ist einer Steigerung von 25%, wobei die staatliche Grundsicherung in diesem Zeitraum voraussichtlich gerade einmal um 7,5% steigen wird. Das Gefälle zwischen Rentnern im Osten von Deutschland zu Rentnern in Westdeutschland wird sich noch nach der Bertelsmann Studie noch weiter verschärfen in den 2030er Jahren.

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Wie wird sich die Altersarmut in Deutschland in den nächsten 10,20,50 Jahren entwickeln?

Viele Menschen vergessen bei der Planung ihrer Altersvorsorge, dass man auch als Rentner nicht von der Steuer oder Sozialabgaben befreit ist. Es ist außerdem keine schlechte Idee im Alter Mietfrei im Eigenheim zu leben. Bei vielen Rentnern geht mehr als die Hälfte der Rente zur heutigen Zeit schon für die Miete drauf. Wie das in 10,20 oder 50 Jahren aussieht möchte ich mir persönlich gar nicht vorstellen. Ein Leben in der Großstadt oder in einer großen Wohnung wird dann für viele Rentner nicht mehr möglich sein. Es ist daher notwendig, dass man heutzutage in irgendeiner Form vorsorgen sollte für die Zukunft.

Das aktuelle Rentenniveau in Deutschland liegt bei 47% und soll sich in 2030 weiter nach unten bis auf 44% annähern. Im gleichen Zug wird die Steuerlast und sonstige Abgaben immer weiter steigen. Das Rentenniveau spiegelt die zu erwartende Rente im Vergleich zum persönlichen Durchschnittseinkommen wieder. Daher hat man bei Renteneintritt eine ordentliche Rentenlücke. Es gibt zwei Möglichkeiten mit dieser Situation umzugehen:

  1. Die bittere Pille schlucken und den Lebensstandard an die neue Lebenssituationen anpassen.
  2. Bereits im Berufsleben vorsorgen und die Rentenlücken so klein wie möglich halten.

Wie merkt man, dass man selber von Altersarmut betroffen sein könnte?

Damit man in Deutschland nicht unter die Armutsgrenze fällt, sollte man über 1000€ netto im Monat zur Verfügung haben. Alles darunter fällt laut dem deutschen Staat unter die Armutsgrenze. Zinst man diesen Betrag auf mit einer durchschnittlichen Inflation von 2%, dann benötigt man:

in 20 Jahren: 1491€ netto im Monat bei Renteneintritt,

in 30 Jahren: 1821€ netto im Monat bei Renteneintritt,

in 50 Jahren: 2712€ netto im Monat bei Renteneintritt,

um nicht unter die Armutsgrenze zu fallen! Ein schönes Leben im Ruhestand wird mit diesem Betrag für die meisten Menschen nicht möglich sein. Hat man nun also noch 30 oder 50 Jahre Berufsleben vor sich, benötigt man ein Medianeinkommen von 4.000-5.000 €/Monat netto, um bei gleichbleibendem Rentenniveau nicht unter die Armutsgrenze zu fallen. Wie man sehen kann, ist es bereits vorherzusehen, dass dieses System grundlegend überarbeitet werden muss. Ansonsten droht uns ein massiver Anstieg der Altersarmut in Deutschland.

Was können wir vom norwegischen Rentensystem lernen?

Anders als die Deutschen setzen die Norweger auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge. Norweger haben ein Guthaben, Deutsche Schulden pro Kopf. Die norwegische Zentralbank kümmert sich um den Reichtum der Nation und künftiger Generationen. Hierfür hat die norwegische Zentralbank einen großen Fonds, welcher mittlerweile über 1 Billionen Dollar schwer ist. Aus diesem Fonds wird der Wohlfahrtsstaat von Norwegen finanziert, wie beispielsweise die Krankenversicherung oder die Mindestrente. Die Mindestrente in Norwegen liebt bei umgerechnet 1600€/Monat. Auf der Webseite Norges Bank kann man die Entwicklung des Staatsfonds mitverfolgen. Das Guthaben pro Kopf ist mittlerweile so hoch in diesem Fonds, dass jeder Norweger Kronen Millionär ist.

Welche Lösungsansätze sind denkbar um die Altersarmut in Deutschland zu bekämpfen?

Das Rentensystem in Deutschland muss grundlegend überarbeitet werden. Durch den demographischen Wandel und die immer älterwerdende Bevölkerung müssen immer mehr Rentner durch einen Arbeitnehmer versorgt werden. Daher sollte Deutschland unserer Meinung nach einen ähnlichen Ansatz wählen wie Norwegen, um die Sozialabgaben der Deutschen nachhaltig zu drücken. Diese werden nämlich immer weiter steigen, wenn nicht bald eine Reform durchgeführt wird.

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Was kannst du tun, um dich vor Altersarmut zu schützen?

Diese Frage können wir in einem Satz beantworten: Du musst dich selber zu einem Teil um deine Altersvorsorge kümmern. Sei es das Eigenheim, über eine Investition an der Börse oder ähnlichen Produkten. Bei der Altersvorsorge ist es ähnlich wie bei der langfristigen Anlage an der Börse. Es ist immer besser in mehrere verschiedene Anlageprodukte sein Kapital zu verteilen! Aktien und ETFs können hierbei eine schon Diversifikation darstellen. Falls du weitere Informationen möchtest, dann schau mal gerne bei diesem Blog Beitrag vorbei:

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Fazit

Vielen Dank, dass du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast 🙂 Wir hoffen nun, dass wir dich dazu motivieren konnten dich mit dem Thema Altersvorsorge auseinander zu setzen. Das Thema Altersarmut wird in den nächsten Jahren vermutlich immer mehr in den Mittelpunkt vieler Menschen rücken und daher ist es ratsam dieses Thema so früh wie möglich anzugehen. Lieber Vorsorgen als dann im Rentenalter zu merken, dass es zu spät ist. Die letzten Jahre deines Lebens solltest du dich lieber dir widmen anstatt deinen finanziellen Sorgen!

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