FROSTA AG Vorstellung und Analyse

FROSTA AG Vorstellung und Analyse

Ist FRoSTA das Tesla unter den Tiefkühlprodukten?

WKN: 606900

ISIN: DE0006069008

Sektor: Nahrungsmittel, genauer gesagt Tiefkühlprodukte

Hauptsitz: Bremerhaven

Marktkapitalisierung: 459,2 Mio. €

Hier geht es zur Investor-Relations-Seite von FRoSTA

Falls du diesen Artikel lieber anhören möchtest, kannst du dir auch gerne unsere Podcast-Folge zur FRoSTA AG anhören:

Ausblick

In diesem Beitrag auf unserem Blog finanzenparkett.de werden wir die FRoSTA AG aus Bremerhaven dir genauer vorstellen und anschließend werden wir die Aktie noch nach unseren Maßstäben analysieren. Zu Beginn werden wir dir das Unternehmen kurz vorstellen, ein paar wichtige Eckdaten nennen und dann noch über das Thema Nachhaltigkeit sprechen. FRoSTA schmückt sich nämlich als ein nachhaltiges Unternehmen und folglich ist es interessant in welchen Bereichen FRoSTA mittlerweile nachhaltig wirtschaftet. Nachdem wir über die Nachhaltigkeit gesprochen haben, werden wir dir einmal die Produktpalette im Detail vorstellen.

Im Analyse-Teil werden wir dir die Finanzkennzahlen von FRoSTA vorstellen und anschließend diese nach unserer Methode für dich analysieren. Anschließend werden wir noch ein paar Gründe besprechen, die für oder gegen ein Investment in FRoSTA sprechen. Am Schluss werden wir dann nochmal ein allumfassendes Fazit ziehen und dir verraten, ob wir aktuell die FRoSTA AG in unser Portfolio/Depot kaufen würden. Nun wünschen wir dir viel Spaß mit der Vorstellung und Analyse von FRoSTA 🙂

Disclaimer: Es handelt sich in der Vorstellung und anschließenden Analyse um keine Anlageberatung, sondern lediglich um unsere eigene Meinung. Wir wollen hier niemanden zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Finanzprodukten bewegen.

Kurze Vorstellung

Hier kommst du zu einer spannenden Reportage von Galileo über die FRoSTA AG

  • Adolf Ahler, eigentlich Textilunternehmer hatte 1954 eine Fischrederei gegründet in Bremerhaven namens “Maria von Jewer”. Diese Investition setzte den Grundstein der Unternehmensgeschichte
  • Das Unternehmen Frosta entstand aus “Maria von Jewer” im Jahre 1961. Der Fokus von Tiefkühlfisch und Fischfang änderte sich über die Jahre hinweg immer weiter zu der Tiefkühlkost allgemein.
  • Der Börsengang der Frosta AG erfolgte im Jahr 1984. 1988 wurde dann das Unternehmen wieder in Nordstern Lebensmittel AG umfirmiert. 1997 wird das Unternehmen dann ein letztes Mal umbenannt in die heutige FRoSTA AG.
  • Heutzutage ist Frosta einer der größter europäischen Produzenten von Tiefkühlprodukten wie zum Beispiel die Fertigtüte Parpadelle mit Spinat oder der Spätzle Pfanne
  • mehrere Produktionsstätten in Bremerhaven, Elbtal, Bydgoszcz (Polen) und Rheintal zur Herstellung der Produkte
  • jedes der Werke hat seinen Produktionsschwerpunkt: In Polen werden vor allem Tiefkühl-Fischprodukte und -Fertiggerichte für den osteuropäischen Raum + Gourmet-Mahlzeiten für Deutschland gefertigt; das Werk Rheintal zum Beispiel ist wiederum auf die Verarbeitung von frisch geerntetem Spinat, Kohl und zahlreichen Kräutern spezialisiert
  • Um Zugang zu wichtigen Bio-Gemüseressourcen in Deutschland zu sichern hat sich die Frosta an der Bio-Frost Westhof GmbH in Wöhrden in Dezember 2007 beteiligt
  • MA: ca. 1.800 MA in über 6 Ländern laut dem Nachhaltigkeitsbericht von 2018
  • Börsenwert: 415 Mio. €
  • CEO: Felix Ahlers
  • Aktueller Börsenkurs vom 22.06. : 66,00€

Nachhaltigkeit von FRoSTA

  • mehr als 500 km legt Herr Ahlers pro Jahr mit seinem Klapprad zwischen dem Hauptbahnhof und Bremerhaven und Frosta zurück
  • Frosta beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Frage, wie es gelingen kann den Fischbestand in den Weltmeeren auch für nachfolgende Generationen zu erhalten
  • Mit dem Reinheitsgebot von Frosta wird in allen FRoSTA Produkten auf den Zusatz von Farbstoffen, Aromen, Geschmacksverstärkern, Stabili- satoren und Emulgatoren verzichtet und das schon seit dem Jahre 2003
  • FRoSTA gibt es im Supermarkt und bietet neben Gerichteklassikern wie Nasi Goreng und Paella auch Gemüse, Fisch, Obst und Kräuter 
  • Seit 2013 veröffentlicht FRoSTA als erste Tiefkühlmarke die Herkunftsländer aller Zutaten im Internet und zusätzlich seit 2015 auf Produktverpackungen 
  • Produktionspartner für Entwicklung, sowie Herstellung von hochwertigen Kundenmarken für den Einzel- und Großhandel

Einige nachhaltige Beispiele, die die Vision von Frosta wiederspiegeln:

Lieferketten-Überwachung bei FRoSTA // Quelle: Abstract vector created by macrovector – www.freepik.com

  • Fisch kommt von Lieferanten aus der Region, der wiederum in der Nordsee gefangen wird
  • nicht einmal Backpulver verwendet das Unternehmen, da der Zusatzstoff E-500 darin enthalten
  • CO2 – Fußabdruck von der Gemüse Pfanne mit Rote Bete & Süßkartoffeln mit gerade einmal 166g CO2e bzw. Äquivalent/ 100g [(Äquivalent heißt: Neben CO2 gibt es diverse weitere Gase, die das Klima schädigen und sich auch länger in der Umgebung bzw. verschiedenen Höhen aufhalten, um hier einen Vergleich ziehen zu können wird die Wirkung einer Tonne CO2 mit der von einer Tonne Methan – meistens über einen Zeitraum von 100 Jahren verglichen. Die Tonne Methan ist nämlich rund 25-mal klimaschädlicher als die Tonne CO2. Eine Tonne Methan entspricht also etwa 25 Tonnen CO2-Äquivalenten (CO2e).]
  • ein weiterer Grund der CO2 Einsparung ist, dass in einigen Produkten keine Milchprodukte als Zusatzprodukte
  • Schlemmerfilets ohne Aluminium
  • sortenreines Material (nur ein Kunststoff – Propylen)
  • Wasserfarben für Druck von Kartonagen (Energieverbrauch konnte gesenkt werden, da weniger Lösemittel anfallen und Wasserfarben deutlich umweltfreundlicher sind)
  • FSC-zertifizierte Faltschachtel (Das FSC®-Logo signalisiert dem Verbraucher, dass es sich um Papier aus Holz handelt, das aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt)
  • MSC-zertifizierter Fisch (blaues Logo/ Kennzeichnung mit Fisch für nachhaltige Fischerei)
  • September 2019 – erster Papierbeutel im Tiefkühlmarkt (Vorreiter)
  • Mitte 2019 wurde SAP S/4 HANA (Datenbanktechnologie) eingeführt, um die Digitalisierung im Nachverfolgung Prozess der Zutaten weiter voranzutreiben

SDGs von FRoSTA

Es gibt 17 “SDGs (Sustainable Development Goals) – Ziele für nachhaltige Entwicklung mit ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene ” Die Frosta AG konzentriert sich hierbei auf das Kerngeschäft und hat für sich in Workshops die nachfolgenden SDGs genauer definiert:

  • SDG 2 “Kein Hunger” – Strenge Vorgaben für Landwirte
  • SDG 4 “Hochwertige Bildung” – Großes Angebot an Weiterbildungen/ Berufen/ Bildungsplattformen für MA
  • 5. SDG “Geschlechtergleichheit” – 30% Frauenanteil auf den ersten drei Führungsebenen bis 2025
  • SDG 7 “Bezahlbare & Saubere Energie” – Anteil an erneuerbarer Energie wird fortlaufend an den Standort ausgebaut
  • SDG 8 “Menschenwürdige Arbeit Arbeit & Wirtschaftswachstum” – Investitionen in Standort sollen nachhaltig Produktivität schaffen, Sozialaudtis bei Lieferanten werden regelmäßig durchgeführt, Frosta steht für faire Löhne auch bei Lieferanten
  • 10. SDG “Weniger Ungleichheiten” – internes QM-Handbuch beschreibt den Respekt und Umgang miteinander, sowie externen (Lieferanten) → keine Diskriminierung
  • SDG 12 “nachhaltiger Konsum und Produktion” – Veröffentlichtung des CO2 Fußabdruckes jedes einzelnen Produktes, Verpackung recyclbar, organische Abfälle in Biogasanlagen, Restbestände werden an Einrichtungen gespendet
  • 13. SDG “Maßnahmen zum KLimaschutz” – alle 2 Jahre eine unternehmensklimabilanz
  • SDG 14 “Leben unter Wasser” – Fisch aus MSC-zertifizierten Fischereien + kleine regionale mit noch höherem Anspruch
  • 15. SDG “Leben an Land” – Verzicht auf Palmöl 

Im Nachhaltigkeitsbericht sind außerdem noch viele weitere mittel- und langfristige Ziele definiert, die Frosta umsetzen möchten. Interessant hierbei ist, dass sie die komplette Wertschöpfungskette betrachten. Das heißt vom Lieferanten oder Fischfang bzw. der Ernte von Gemüse bis hin zum Verbraucher und darüber hinaus. Selbst danach wird für mehr und bessere nachhaltigkeit gearbeitet, denn damit ist zum Beispiel das Verpackungsmaterial gemeint, sowie das soziale Engagement weltweit und in den Regionen.

Die Produktpalette von FRoSTA und das Geschäftsmodell

TIEFKÜHLABTEILUNG Supermarkt

Die Produkte von FRoSTA sind in vielen Länder in Europa aber auch in Russland erhältlich. Dort gilt logischerweise auch das Reinheitsgebot von FRoSTA. Nun gehe wir etwas genauer auf die jeweilige Produktpalette ein:

Produktarten:

  • Fertiggerichte 
  • Fisch
  • Gemüse
  • Obst
  • Kräuter

Die Fischprodukte von FRoSTA setzen sich zusammen aus:

  • Schlemmerfilets verschiedener Art z.B. Bordelaise, Knusper Käse, Buntes Gemüse
  • Seelachs / Wildlachs
  • Fischstäbchen
  • Backfisch in der Panade

Die Fertiggerichte von FRoSTA setzen sich zusammen aus:

  • Chili con Carne
  • Hähnchen Curry
  • Steakhouse Pfanne
  • Spätzle Pfanne
  • Pappardelle Créme Spinaci (laut eigener Aussage das best laufende Produkt)

Die Gemüsesorten von FRoSTA:

  • verschiedene Gemüsepfannen
  • 1.Bio Karotten
  • 2.Bio Junge Brechbohnen
  • 3.Bio Junge Erbsen

Die Obstsorten von FRoSTA:

Gefrorene Früchte
  • Himbeeren
  • Erdbeeren
  • Beeren Früchte mit Sauerkirschen

Die Kräuterarten von FRoSTA:

  • Bärlauch
  • Zwiebel Mix
  • Koriander
  • Petersilie
  • Dill
  • usw.

Frosta hat neben der FRoSTA Eigenmarke auch noch viele weitere Marken im Portfolio wie:

  • tiko – Fisch und Gerichte
  • Elbtal – Gemüse
  • La Valle degli Orti – Gemüse
  • Mare Fresco – Fisch
  • Surgela – Fisch

Nun hast du einen guten Eindruck bekommen über die Nachhaltigkeit, die Produkte und das damit zusammenhängende Geschäftsmodell bekommen. Wir wollen nun mit der Analyse der Finanzkennzahlen beginnen…

Finanzkennzahlen

Kennzahlen201920182017
Umsatz Gesamt523 Mio €509 Mio €501 Mio €
Umsatzkosten325,5 Mio €305,9 Mio €304,2 Mio €
EBITDA33,2 Mio €46,2 Mio €51,1 Mio €
Gewinn12,6 Mio €20 Mio €23,4 Mio €
EPS1,85€2,93€3,43€
kurzfristige Verbindlichkeit95.203.000 €77.622.000 €
langfristige Verbindlichkeiten18.851.000 €27.763.000€
Verbindlichkeiten Gesamt114.054.000€105.385.000
Bilanzsumme332.000.000€328.000.000€
Dividende je Aktie1,60€1,60€1,60€
Ausschüttungsquote86,5%54,6%46,6%

Bilanzanalyse

Die Bilanz der Frosta AG sieht auf den ersten Blick Grundsolide aus. Der Umsatz steigt Jahr für Jahr. Das Umsatzwachstum der letzten Jahre ist durchaus in Ordnung für ein nicht zyklisches Konsumgüter Unternehmen, das sich mit Giganten wie Unilever und Nestle vergleichen muss. 

Das Umsatzwachstum von 2017 bis 2018 lag bei 1,6%Umsatzwachstum 2018-2019 2,7%. Ein weiteren Punkt dem man Frosta positiv anrechnen kann, ist die hohe Beteiligungsquote der Familie Ahlers, welche auch das Unternehmen ursprünglich gegründet haben. Das Unternehmen ist also inhabergeführt. Es ist ihre eigene Haut, ihr eigenes Geld also, um das es für Felix und Dirk Ahlers Tag für Tag bei Unternehmens-Entscheidungen geht. 

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass die Dividende über die Jahre hinweg zwar nicht jährlich gesteigert würde aber dennoch gewachsen ist auf mittlerweile 1,60€ . Zusätzlich hat das Unternehmen eine sehr gesunde Eigenkapitalquote von mittlerweile über 50%. 

Die Rohstoffe zu beschaffen ist manchmal nicht leicht für FRoSTA:

Die Umsätze der Marke FRoSTA sind außerdem überproportional gestiegen mit 10,2% zum Vorjahr.  Das Geschäftssegment COPACK, dass sämtliche Handelsmarken des Europäischen Marktes abdeckt erwirtschaftete leider einen Umsatzrückgang von 4,3% zum Vorjahr, da höhere Rohstoffpreise nicht direkt weitergegeben werden konnten.

Der Beschaffungsmarkt war 2019 durch weiter stark steigende Preise für Fisch und Gemüse gekennzeichnet. Die erhöhten Beschaffungspreise konnten leider nicht direkt an die Kunden weitergegeben werden. Folglich sind die Margen dadurch gesunken… Man sieht also, dass der Klimawandel bei Frosta für höhere Kosten sorgt, da dann Fehlmengen am Markt teuer zugekauft werden müssen. Dem Unternehmen muss es somit effizienter gelingen die erhöhten Preise direkt an die Kundschaft weiterzugeben. Aber das wird sich in der Zukunft ändern, da Frosta ein neues Konzept hierzu ausarbeiten möchte, damit so etwas nicht mehr passiert. 

Wie man erkennen kann ist die Marke FRoSTA wirklich sehr stark im Wachstum und zusätzlich hat anscheinend auch Corona Frosta in die Karten gespielt. Die Umsätze seien während der Pandemie anscheinend stark angezogen für die Eigenmarke FRoSTA. 

Der Gewinn und die Dividende…

Ein negativer Punkt an Frosta ist der stark schwankende Gewinn am Ende des Jahres und dass der Gewinn über die letzten 3 Jahre immer weiter zurückgegangen ist. Durch diesen Gewinnrückgang ist leider auch die Ausschüttungsquote immer weiter gestiegen in einen eher ungesunden Bereich von über 80%. Im besten Fall sollte die Ausschüttungsquote für nicht zyklischen Konsum nicht über 70% liegen, da sonst Investitionen in neue Marktbereiche schwieriger werden. Aber ich denke die Gewinne werden sich dank der Corona Pandemie wieder erholen und folglich wieder steigen.  

Ein weiterer kritischer Punkt ist die geringe Nettomarge. Die Nettomarge ist das prozentuale Verhältnis zwischen Umsatz und Gewinn. Die Nettomarge ist hier im Vergleich zur Branche wirklich sehr gering und sollte über die Jahre hinweg weiter ausgebaut werden. Unilever hat beispielsweise eine Nettomarge von 11-14% im Durchschnitt.

Was spricht für und was gegen FRoSTA?

Bildquelle: Illustration vector created by stories – www.freepik.com

Pro:

  • wirklich extrem nachhaltiges Unternehmen (über die ganze Wertschöpfungskette, Fisch aus der Region, Grünstrom aus norwegischen Wasserkraftwerken, Reduktions des Stromverbrauchs, gemüse Ecuador per Schiff))
  • Produkte für Menschen, die weniger Zeit zum kochen haben
  • faire Arbeitsbedingungen, auch bei Lieferanten
  • offenes Unternehmen (eine Produktionswand (Fischstäbchenanlage) haben sie für die vorbeigehenden Menschen mit Glasscheiben transparent gemacht), sprich gesundes/ nachhaltiges Image
  • soziales Engagement (2% der Dividende wird an Projekte gespendet)
  • große Produktpalette an fertigen Lebensmittel (Fisch/stäbchen, Gemüse, Obst, Kräuter und Fleischgerichte)
  • Nische: Hoher Qualitätsanspruch an Produkten, kaum Zusatzstoffe, Marktführer im Premiumbereich für Tiefkühlprodukte
  • CEO – Felix Ahlers ist selbst in das Unternehmen investiert und hält (33,50%)
  • ehemaliger Firmengründer Dirk Ahlers mit 10%
  • 56,50% im Streubesitz
  • Umsatz konnte jährlich gesteigert werden
  • potentital, da die Nachfrage nach Nachhaltigen Produkten für eine besser Welt und gesünderes Essen steigt
  • Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Essen steigt
  • Produktionspartner für Entwicklung, sowie Herstellung von hochwertigen Kundenmarken für den Einzel- und Großhandel
  • 33,3% Beteiligung an Columbus Spedition
  • mehrere Tochtergesellschaften im in und Ausand (Polen, Italien, USA, Rumänien, Tschechische Republik)
  • Super IR Seite

Contra:

  • Einkaufspreise für Fisch und Gemüse in der spezifizierten Qualität extrem teuer
  • Beschaffungspreis konnte nicht auf die Kunden umgelegt werden → Marge geschmälert
  • Gewinn ist in den letzten 3 Jahren zurück gegangen und somit auch der Gewinn je Aktie
  • die Dividende wurde ist in den letzten 3 Jahren nicht erhöht wurden → d.h. die Ausschüttungsquote ist in Prozent deutlich in den letzten 3 Jahren gestiegen von 2017 (47%) zu 2019 (87%), dadurch bleibt weniger im Unternehmen für Forschung & Entwicklung, neue Projekte, Aqusitionen (Zukäufen)
  • Wenig Diversifikation, Produktportfolio beschränkt sich nur auf Fertigprodukte wie Fisch (Schlemmerfilets, Pfannengerichte, Gemüse – Tiefgefroren → keine Pizza, Bio-Fleisch/ Fleisch, Eis, Pommes etc., Saucen)
  • Konkurrenz schläft nicht, Nestlé/ Unilever/ Iglo könnten sich in dem Markt beweisen und zukünftig mit mischen, durch Zukäufe wir Garden Gourmet oder Erweiterung des eigenen Produktportfolios, Ausbau der Nachhaltigkeit → allerdings eher indirekt da diese Unternehmen mehr den Fokus auf Gebäck, Pizza und Baguettes gelegt haben
  • Druck durch Wettbewerber  mit nachhaltigen Konkurrenz Produkten nimmt zu
  • Die Produkte sind aufgrund der hohen Qualität und Nachhaltigkeit im Vergleich sehr teuer (eher Premiumbereich)
  • Weitere mögliche Konkurrenz: Iglo (Nomad Foods), Eigenmarken von Aldi, Lidl, Edeka, Wagner

Fazit zu FRoSTA

Nun wollen wir dir unser Fazit zur Frosta AG geben und ob wir die Aktie momentan als kaufenswert betrachten würden. Die Frosta AG operiert in einem wachsenden Zukunftsmarkt, dem Tiefkühlkostmarkt. Dieser Markt ist letztes Jahr um 2,3% vom Umsatz her gestiegen. Frosta hingegen hat es geschafft mit seiner Marke um 18,5% zu wachsen, was deutlich schneller ist als der Gesamtmarkt ist. Eine noch beeindruckendere Entwicklung hat Frosta im TK Fertiggerichtmarkt hingelegt mit 23,9% wohingegen der Mark um 9,9% gewachsen ist. Die Marke Frosta scheint mit ihren nachhaltigen Produkten und Qualitätsstandards sehr gut am Markt anzukommen. Außerdem haben die Menschen immer weniger Zeit und greifen daher auf qualitativ hochwertige Fertigprodukte zurück. Zusätzlich fasst das Thema Nachhaltigkeit in den Medien und im zwischenmenschlichen Austausch immer mehr Fuß, sodass sich auch der Markt bzw. die Kunden immer größere/ herausfordernde Anforderungen an Qualität in Verbindung mit der Nachhaltigkeit haben.

Durch das Frosta Reinheitsgebot wird seit 2003 auf Zusatzstoffe verzichtet, was für mich 17 Jahre rückwirkend schon ein großer Schritt in die gesunde Ernährung gewesen ist. Wie schon erwähnt kommt selbst Backmittel nicht zum Einsatz.

Nachhaltigkeit kommt gut an

Ich persönlich finde das Engagement in Form von Spenden/ Unterstützung sozialer Projekte durch 2% der Dividenden für ein nachhaltiges Investment sehr gut, was demnach auch für Frosta und das offene ehrlich Management spricht. Auch die fortlaufende Entwicklung der Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette vom Fischfang/ Gemüseanbau bis hin zum Kunden und dem Recyceln der Verpackungsmaterialien finde ich sehr gut. (Sortenreine Trennung der Materialien zum Beispiel, Anforderungen an Landwirte, Schiffsfracht, Vermeidung von LKW-Transporten und Luftfracht)

Die Werbung von Frosta weißt mich zwar daraufhin, dass die Produkte von Frosta ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe hergestellt werden, aber der nachhaltige Gedanke von Frosta wird laut meinem Wissensstand kaum über die Werbung transportiert. Eventuell sollte das Unternehmen an dieser Stelle noch weiter ansetzen, um seine Zielgruppe deutlicher anzusprechen.

Ein Investment ist aber auch mit Risiken verbunden…

Ein allgemeiner Nachteil ist jedoch, dass es sich bei Frosta um ein Small Cap handelt und folglich die Informationsflut wie bei großen Titeln aus dem MDAX und dem DAX nicht so gegeben ist. Kurz gesagt die Medien werfen kein Auge auf die Frosta AG.Hast du aber eine gute Informationsquelle über das Unternehmen, dann ist es schon bedeutend einfacher für dich, die Aktie auch dann zu behalten, wenn sie mal eine Schwächephase hat. Wenn du mehr Informationen hast kannst du auch schneller eine Liste mit Pro und Contras für das Unternehmen anfertigen und in Schwächephasen bleibst du somit wahrscheinlich eher investiert. Ein weiterer Punkt ist, dass Small Caps grundsätzlich Volatiler sind als Mid oder Large Caps, du solltest daher also nichts gegen einen starken Seegang an der Börse haben.

Ein weiterer Nachteil von Frosta ist wie wir bereits schon erwähnt hatten der stark schwankende Gewinn bei steigendem Umsatz. Hier sollte das Unternehmen aktiver auf die Umsatzkosten schauen und diese möglichst konstant oder niedrig zu halten. Der stark schwankende Gewinn sorgt nämlich für eine hohe Ausschüttungsquote in manchen Jahren bei konstanter Dividende. (für das Geschäftsjahr 2019 sogar mehr als 80%)

Für uns ein Kauf?

Nun aber zu unserer abschließenden Meinung. Wir halten die fundamentalen Finanzzahlen des Unternehmens für gut. Der Umsatz bewegt sich in eine Richtung und die Kernmarke FRoSTA hat noch viel Potential am Markt. Frosta sollte vor allem auf den Ausbau der eigenen Marken setzen in der Zukunft, um sich unabhängiger vom Preisdruck der Einzelhändler zu machen. Des Weiteren passt der nachhaltige Gedanke sehr gut zu einem familiengeführten Unternehmen.

Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital befindet sich in einem sehr guten Verhältnis und man kann erkennen, dass das Unternehmen versucht seinen Eigenkapitalanteil Jahr für Jahr weiter zu steigern. Alles in allem halten wir die Aktie auch für einen sehr hohen Preis mittlerweile an der Börse von 66€ für kaufenswert. Der Trend und das Vorgehen des Unternehmens lässt auf ein zukunftsträchtiges und renditebringendes Geschäftsmodell hoffen. Das Unternehmen halten wir folglich für deutlich besser als Nextera Energy und Xylem Inc., die wir euch bereits in einem anderen Podcast vorgestellt haben.

Falls du dich für weitere Aktien-Analysen interessierst, dann können wir dir folgende Analysen auf unserem Blog empfehlen:

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