Inflation – Die schleichende Entwertung deines Geldes

Inflation – Die schleichende Entwertung deines Geldes

Willkommen zurück auf unserem Blog finanzenparkett.de 🙂 Heute soll es um das Thema Inflation gehen. Hättest du im Jahre 2000 10.000€ auf deinem Bankkonto unverzinst liegen gelassen, dann hätten diese 10.000€ heute noch eine Kaufkraft von weniger als 7.693€. Die Europäische Zentralbank, auch EZB genannt, strebt langfristig eine Inflation von 2% pro Jahr an. Das mag sich jetzt auf den ersten Blick nicht wirklich tragisch anhören, aber wie bei der Gelanlage gibt es auch bei der Geldentwertung logischerweise den Zinseszinseffekt. Nur halt in die andere Richtung. Ich werde dir nun mal direkt erklären was man unter der Inflation versteht und wie die Inflation in unserem Geldsystem funktioniert.

Du kannst dir diese Artikel auch gerne anhören auf unserem Podcast-Kanal Finanzen.Parkett. Hier ist die Folge zum Thema Inflation:

Was ist Inflation?

Das Wort Inflation geht auf den lateinischen Begriff „inflatio“ zurück und bedeutet so viel wie „Aufblähen““. Man spricht von Inflation, wenn das Preisniveau der Güter sich schneller erhöht, als die Löhne und Gehälter der Verbraucher. In diesem Fall spricht man von einem Verlust der Kaufkraft. 

Was passiert mit deinem Geld über die Zeit? Ergebnis: Kaufkraftverlust durch die Inflation
Bildquelle: Eigenproduktion (@Parkett.Hirsch)

Was sind die Ursachen für eine Inflation?

Es gibt nicht die eine Ursache für eine Inflation, sondern es wird zwischen mehreren Ursachen differenziert. Eine Angebotsinflation beispielsweise zeichnet sich dadurch aus, dass Preise der Produktionsfaktoren, also Rohstoffe und Löhne etc. im Preis steigen. Das macht den Herstellungsprozess von Gütern teurer. Folglich erhöhen Unternehmen die Preise für ihre Produkte/Dienstleistungen. Daraus ergibt sich auch eine absinkende Kaufkraft für die Verbraucher, da sie deutlich mehr bezahlen müssen für weniger Ware. Bei einer durch Inflation bedingten Teuerung erhält man also weniger für denselben Geldwert als zuvor. Die Konsumenten schieben somit kostspielige Investitionen auf. Die erhöhten Preise für den Konsumenten können aber auch durch eine importierte Inflation zustande kommen.

Eine importierte Inflation ist wie der Name schon sagt, nicht durch die eigene Wirtschaft im Land entstanden, sondern durch Importe aus dem Ausland. Ursachen können hier der Preisanstieg für Rohstoffe sein.

Neben einer Angebotsinflation kann es auch noch eine Nachfrageinflation. Diese entsteht durch eine starke Nachfrageverlagerung auf bestimmte Güter und Dienstleistungen. Übersteigt aber die Nachfrage das Angebot und herrscht gleichzeitig Vollbeschäftigung – was bedeutet, dass Unternehmen die erhöhte Nachfrage nicht durch Produktionssteigerung befriedigen können – steigen die Verbraucherpreise. Dies geschieht vor allem in Hochkonjunkturphasen.

Wie lässt sich Inflation messen?

Warenkorb zur Messung der Inflation
Bildquelle: Photo by Марта Вольская on Unsplash

Die Inflation lässt sich anhand eines Index messen, genauer gesagt an dem Verbraucherpreisindex. Wenn du mehr Informationen möchtest zu Indizes und wie diese funktionieren, dann kann ich dir nur unsere Folge über Indizes und den MSCI Index empfehlen. Dort lernst du die Grundlagen zu dieser Thematik. Zur feststellung der realen Inflation ermittelt das Statistische Bundesamt das Preisniveau für den Inhalt eines bestimmten Warenkorbs. In diesem befinden sich verschiedene Güter und Dienstleistungen. Diese sind repräsentativ für den Konsum in Deutschland.

In diesen Warenkorb gehören neben Lebensmittel, Kleidung und Gebrauchsgüter auch Kraftfahrzeuge, Mieten, Versicherungen und noch vieles mehr. Ziel ist es das Konsumbild der Bevölkerung möglichst gut abzubilden in diesem Warenkorb. Steigt dieser Index dann spricht man von einer Teuerung oder Inflation. Sinkt dieser Index dann spricht man von einer Deflation. Eine Inflationsrate von 1-2% pro Jahr gilt als normal in der Eurozone. Die EZB hat sich eine Inflation von 2% pro Jahr auf die Fahne geschrieben. Die EZB hat einige Instrumente, um die Inflation zu beeinflussen.

Wie funktioniert die Inflation?

Wie wir nun wissen können eine Inflation unterschiedliche Ursachen haben. Man kann Inflation, also von vielen Seiten beeinflussen. Den größten Einfluss auf die Inflationen können die Zentralbanken auf einen Währungsraum ausüben. Neben der Bereitstellung von Geldscheinen und –münzen und der Begleitung und Überwachung der Geschäftstätigkeit der privaten Banken haben Zentralbanken die Aufgabe, die konjunkturelle Entwicklung und die Entwicklung der Inflation zu beobachten und mit Hilfe der Geldpolitik zu steuern.

Die Aufgabe der Konjunktursteuerung kann aus der keynesianischen Theorie abgeleitet werden, welche davon ausgeht, dass der Privatsektor (also alles außer dem Staat), auf sich allein gestellt, zu Übertreibung neigt (Überhitzte Nachfrage nach Produkten/Dienstleistungen in Hochkonjunkturphasen und Nachfrageschwäche im Abschwung). Zentralbanken sind in ihrer Rolle der Nachfragesteuerung in den meisten Ländern dadurch Grenzen gesetzt, dass in ihrem Mandat das Ziel der Preisstabilität als vorrangige Aufgabe festgeschrieben steht. Der Spielraum der Zentralbanken ist durch die Aufgabe der Preisstabilität deutlich eingeschränkt. Hierfür stehen der Zentralbank folgende Instrumente zur Verfügung, um die Geldmenge in einem Währungsraum zu beeinflussen:

  • Offenmarktgeschäfte
  • Refinanzierungssatz
  • Mindestreserveanforderungen

Nun werde ich dir diese 3 Begriffe kurz erklären…

Offenmarktgeschäfte:

Die EZB kann Geld drucken und dieses dafür verwenden, festverzinsliche Wertpapiere am Anleihenmarkt zu kaufen. Danach befindet sich das zusätzliche Geld im Umlauf. Ein Abverkauf an Anleihen würde in diesem Falle die Geldmenge in dem Währungsraum vermindern.

Refinanzierungssatz:

Mit diesem Instrument kann die Zentralbank Banken liquidität zur Verfügung stellen in Form eines Kredites an diese Institute durch den Kauf von Wertpapieren an der Bank als Kreditsicherheit. Den Zinssatz, den die Zentralbank auf die Kreditvergabe erhebt, ist der Refinanzierungssatz. Durch diesen Refinanzierungssatz werden die Banken mit neuer Liquidität versorgt und die Zentralbank legt hierfür die Konditionen fest, also ungenau gesagt den Leitzins.

Mindestreserveanforderungen:

Die Zentralbank kann das Geldangebot auch über Mindestreserveanforderungen steuern, die die Mindesthöhe der Reserven vorschreiben, die die Banken auf ihre Einlagen halten müssen. Mindestreserveanforderungen üben einen Einfluss darauf aus, wie viel Geld das Bankensystem mit jedem Euro an Reserven schöpfen kann. Ein Anstieg der Mindestreserveanforderung führt dazu, dass die Banken höhere Reserven halten müssen und damit für jeden Euro an Einlagen weniger Kredite vergeben können. Zusammenfassend kann man für dieses Instrument sagen, dass die Zentralbank den Geldschöpfungsfaktor beeinflussen kann, indem sie die Mindestreserveanforderungen anhebt oder senkt.

So nun müssten die Instrumente einer Zentralbank für die Steuerung der Geldmenge und Inflation klar sein. Nun werde ich noch ein Fazit ziehen, was ich dir nun empfehlen würde, um dein Geld vor einer Inflation effizient zu schützen.

Fazit

Wie wir nun gelernt haben, ist Inflation in unserem Währungsraum etwas ganz Normales, da diese von der Politik vorgegeben wird und von der Zentralbank dann umgesetzt wird. Bei der Inflation wird der Betrag deines Geldes nicht weniger, aber die Kaufkraft sinkt Jahr für Jahr, wenn du dein Geld nicht über der Inflation anlegst. Es empfiehlt sich also über eine langfristige Geldanlage nachzudenken, die dein Geld vor Entwertung schützt und am besten noch über der Inflation verzinst. Du willst hoffentlich nicht nur dein Vermögen erhalten, sondern es durch schlaue Entscheidungen über die Jahre weiter vermehren. An dieser Stelle möchte ich deutlich machen, dass es sich hierbei um keine Anlageberatung handelt, sondern lediglich um meine eigene Meinung.

Wenn du bis jetzt noch nicht über das Thema der Geldanlage nachgedacht hast, dann lohnt es sich näher über ETFs/ Aktien/ Immobilien etc. schlau zu machen. Du kannst hierfür ganz einfach ein Depot (z.B. Consorsbank, Comdirect, Trade Republic) eröffnen und monatlich in Aktien/ETFs dein Geld anlegen. Ich persönlich investiere schon seit vielen Jahren an der Börse, aber auch an anderen Kapitalmärkten. Mein Portfolio setzt sich zusammen aus Aktien, ETFs und P2P-Krediten. In Zukunft werde ich mein Portfolio noch weiter diversifizieren durch Rohstoffe und eventuell Immobilien. Ein Ziel ist es langfristig Vermögen sicher aufzubauen und gleichzeitig für das Alter vorzusorgen. Hierfür strebe ich eine durchschnittliche Rendite von 7-8% pro Jahr an. Aber ich würde sagen du hast nun ein gutes Bild von der Inflation bekommen und solltest auch anfangen oder weiter an deinem Vermögenserhalt oder Vermögensausbau arbeiten.

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