Siemens Healthineers Vorstellung und Analyse

Siemens Healthineers Vorstellung und Analyse

“Die Siemens Tochter Siemens Healthineers ist erst seit 2 Jahren an der Börse und schon auf Platz 6 der größten Medizintechnikhersteller weltweit”

WKN: SHL100

ISIN: DE000SHL1006

Sektor: Medizintechnik

Hauptsitz: Erlangen

Marktkapitalisierung: 41,38 Mrd. Euro

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Ausblick

In diesem Blog-Beitrag werden wir dir Siemens Healthineers genau vorstellen und anschließend nach unseren Maßstäben für dich analysieren. Beginnen werden wir wie immer mit einer kurzen Vorstellung und der Historie des Unternehmens. Anschließend werden wir dir die wichtigsten Eckdaten zur Aktie nennen und dir dann das Geschäftsmodell von Siemens Healthineers detaillierter erläutern. Mit diesen Teilen beenden wir dann die Vorstellung und leiten dann direkt über in den Analyse-Teil. Im Analyse-Teil werden wir dir zunächst die Umsatzverteilung nach Sparte und Region vorstellen. Fortfahren werden wir dann mit einer Auflistung der wichtigsten Finanzkennzahlen und deren Analyse.

Zum Schluss werden wir dann noch ein Fazit ziehen, was für und was aus unseren Augen gegen ein Investment in Siemens Healthineers spricht. Nun wünschen wir dir viel Spaß mit der Siemens Healthineers Vorstellung und Analyse:)

Disclaimer: Es handelt sich in der folgenden Vorstellung und Analyse um keine Anlageberatung. Wir wollen in diesem Blog-Beitrag lediglich unsere eigene Meinung äußern und niemanden zum Kauf oder Verkauf von Aktien und anderen Finanzprodukten bewegen.

Ein kurzer Überblick zu Siemens Healthineers

Die Siemens Healthineers AG ist die Muttergesellschaft, unter der die Tochtergesellschaften für die medizintechnischen Aktivitäten der Siemens AG zusammengefasst sind. Siemens Healthineers ist wiederum eine Tochtergesellschaft von der Siemens AG, denn die Siemens AG hält etwa 85% der AKtien von Siemens Healthineers. Der Name „Healthineers“ ist eine Sammelbezeichnung  aus „healthcare“, „engineer“ und „pioneer“.

Siemens Healthineers ist seit 2018 an der Börse notiert und ein separat geführtes Healthcare-Geschäft der Siemens AG. Kernkompetenz von Siemens Healthineers ist die Bildgebung für Diagnostik und Therapie, Labordiagnostik sowie digitale Gesundheitsservices und Krankenhausmanagement.

Das Unternehmen bietet dabei Röntgen-, Computertomographie (CT: Für schnelle und präzise Informationen über Veränderungen oder Verletzungen im Körper)- und Magnetresonanztomographie-Geräte (MRT: Für die Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper) sowie Blut- und Urintests. 

Die medizinischen Systeme des Unternehmens und die klinische Informationstechnik werden von Krankenhäusern sowie Forschungslaboren genutzt und in einer Vielzahl von Teilgebieten wie der Kardiologie (Lehre vom Herzen), Onkologie (Wissenschaft über Krebs) und Neurologie (Gebiet des Nervensystems) eingesetzt.

Im August diesen Jahres hat Siemens Healthineers angegeben, dass sie den US-Medizintechnik-Hersteller Varian Medical Systems, der sich auf Krebs spezialisiert hat für einen Preis von rund 16,4 Milliarden Dollar übernehmen wollen. 

Die vollständige Geschichte der Entstehung von Siemens Healthineers aus der Siemens AG

In dem Jahre 1847 wurde die Firma Siemens & Halske (kurz: S & H) in Berlin gegründet. Bereits zwischen den Jahren 1850 und 1866 begann S & H die Produktion elektromedizinischer Geräte.

1932 entstand aus dem Zusammenschluss von “Reiniger, Gebbert & Schall, der Phönix Röntgenröhren-Fabriken” und aus der Siemens-Reiniger-Veifa-Gesellschaft für medizinische Technik die Siemens Reiniger Werke AG.

1966 ging dann die Siemens AG aus der Fusion der bis dahin eigenständigen Aktiengesellschaften Siemens & Halske (S & H), Siemens-Schuckertwerke (SSW) und Siemens-Reiniger-Werke hervor.
Der medizintechnische Bereich firmierte nun unter dem Namen Siemens AG, Wernerwerk für medizinische Technik.

Durch mehrere  Umstrukturierung in der Vergangenheit wie 1969 wurde aus dem Wernerwerk der Siemens Unternehmensbereich medizinische Technik (UB Med), sowie im Jahre  2001 nochmal umbenannt in die Medical Solutions (Med).

Ab 2008 wurde dann unter dem Namen Siemens Sector Healthcare die Medizintechnik als einer von vier Sektoren in der Siemens AG geführt.


2014 entstand der Bereich Health Services durch die Übernahme von Cerner Corporation.

Im Mai 2015 wurde der Geschäftsbereich in die rechtlich eigenständige Siemens Healthcare GmbH ausgegliedert. Hier blieb die Siemens AG alleiniger Gesellschafter der GmbH.

Im Jahre 2016 wurde während einer Mitarbeiterveranstaltung die Etablierung des Markennamens Siemens Healthineers bekannt gegeben. Der neue Namen setzt sich aus Silben der drei englischen Worte „health“ (Gesundheit), „engineer“ (Ingenieur) und „pioneer“ (Gründer) zusammen, er soll den Pioniergeist und das Ingenieurwissen des Unternehmens unterstreichen. Das Unternehmen selbst firmierte aber zunächst weiterhin als Siemens Healthcare GmbH.

2017 erhielt das Unternehmen einen Großauftrag im Umfang von 4,1 Mrd. Dollar vom US-Verteidigungsministerium.

Im August 2017 gab die Siemens AG bekannt, Siemens Healthineers an die Börse bringen zu wollen. Dafür wurde die Siemens Healthineers AG gegründet. Siemens hatte bis dato nicht bekannt gegeben, welchen Anteil der Mutterkonzern nach dem Börsengang halten würde, doch nach Zeitungsberichten sollte maximal ein Viertel (25%) der Anteile abgegeben werden.

Im Dezember 2017 gab das Unternehmen die Übernahme des in Luxemburg ansässigen Unternehmens Fast Track Diagnostics bekannt.

Letztendlich wurde der Unternehmensbereich im März 2018 an die Börse gebracht.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie entwickelte das Unternehmen molekular-diagnostische Tests zur Erkennung des neuartigen Corona-Virus. Siemens Healthineers plant, die Produktionskapazität aufzustocken und ab Mai 2020 mehr als 1,3 Millionen Tests in Europa ausliefern. Zuvor hatte das Unternehmen einen Antikörpertest angekündigt, der Ende Mai 2020 verfügbar sein sollte.

Wichtige Eckdaten zur Aktie

Das Unternehmen kam am 06. März 2018 an die Börse. Die Preisspanne lag damals bei 26-31€. Heute liegt der Kurs bei 39,66€ (stand 19.08.2020). Seit dem Börsengang waren für Investoren seit Börsengang mit einer Rendite von ca. 34% einfahren und das trotz Corona Krise. Der Kurs hat sich nach dem Tiefpunkt im März bis dato (August 2020) wieder kräftig erholt. Siemens Healthineers beschäftigt im Moment in 75 Ländern mehr als 50.000 Mitarbeiter. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 betrug etwa 14,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen liegt weltweit auf dem 6. Platz der größten Medizintechnikhersteller hinter Medtronic, Johnson & Johnson, General Electric, Fresenius Medical Care und Philips.

Übersicht über die Aktionärsstruktur von Siemens Healthineers.
SiemensAG 85% und Streubesitz 15%
Quelle: Screenshot aus der Onvista-App für IOS

Das Geschäftsmodell

Nun haben wir dir das Unternehmen schon mal in aller Kürze vorgestellt. Nun kommen wir zu den Geschäftsbereichen von Siemens Healthineers. Diese unterteilen sich wie folgt:

  • Point of Care Diagnostics (Patientenorientierte Schnelldiagnosen vor Ort)
  • Laboratory Diagnostics (Labor Diagnostik)
  • Diagnostic Imaging  (Diagnostische Bildgebung)
  • Advanced Therapy (Spezial-Therapien)
  • Services (Dienstleistungen)

Point of Care Diagnostics:

Von der Notaufnahme bis zur Arztpraxis können Therapieentscheidungen direkt getroffen werden – das wirkt sich positiv auf die Patientensicherheit, die klinischen Ergebnisse und die Gesamtzufriedenheit der Patienten aus. Hierfür kommen beispielsweise folgende Diagnosemethoden infrage:

  • Harnanalyse
  • Kardiologie
  • Blutgasanalyse
  • Diabetes Messungen
  • Spezifische Tests für Personen mit chronischen Erkrankungen
  • und vieles mehr.. Wichtig zu sagen ist hier, dass Siemens Healthineers über viele Patente in den genannten Bereichen verfügt und somit die Produkte von Siemens Healthineers täglich zum EInsatz kommen. Außerdem stellt Siemens Healthineers auch gezielt Softwarelösungen zur Verfügung die den Ablauf in diesem Bereich beschleunigen und standardisieren. Dadurch kann entsteht für den Patienten mehr Sicherheit, da er Ergebnisse schneller erhält und der Personalaufwand in medizinischen Einrichtungen kann gleichermaßen reduziert werden.

Laboratory Diagnostics:

Bildquelle: National Cancer Institute on Unsplash
  • Drogen- und Medikamententests
  • Laborautomatisierung durch maßgeschneiderte Laborautomatisierungssysteme
  • Zahlreiche Laborgeräte wie beispielsweise einen vollautomatischen Harnanalysierer
  • Infektionsdiagnostik (Corona, Hepatitis, HIV tests)
  • Analyse von Blutkrankheiten für Mensch und Tier

Diagnostic Imaging:

Bildquelle: Cara Shelton on Unsplash
  • Hierzu gehört die Röntgentechnik
  • 1.CT Scans
  • 2.CT Geräte sind von Siemens Healthineers
  • 3.CT Scans werden nicht nur am Menschen vorgenommen sondern auch an vielen anderen Gegenständen. Wie zum Beispiel an Schiffscontainern, um Schmuggelware zu finden usw.
  • Ultraschall
  • Strahlentherapie
  • Urologie
  • Mammographie zur Brustkrebs Vorsorge

Advanced Therapy:

  • Spezialbehandlungen unter anderem für Corona-Patienten und noch viele weitere Krankheiten

Services:

  • Verschiedene Softwarelösungen für Krankenhäuser, um Patientendaten zu verarbeiten und zu managen.
  • Workflow Management in Kliniken (Enterprise Imaging IT)
  • Software für Labore für die Automatisierung und Verbesserung der Testqualität (Diagnostic IT)

Finanzkennzahlen

Wir haben dir nun Siemens Healthineers genauer vorgestellt inklusive Geschichte und dem Geschäftsmodell. Nun kommen wir zum wichtigsten Teil unserer Analyse, der Analyse der Finanzkennzahlen. Zunächst wollen wir dir einmal die Umsatzverteilung auf die verschiedenen Geschäftsbereiche von Siemens Healthineers zeigen.

Umsatz nach Geschäftsbereichen:

Quelle: Siemens Healthineers Gj-Bericht 2019 S.23

Der Gesamtumsatz in 2019 betrug 14,52 Milliarden €, davon entfielen auf den Geschäftsbereich Imaging 8,94 Milliarden €, den Bereich Diagnostics 4,13 Milliarden € und die Advanced Therapies Sparte 1,61 Milliarden €.

Wie man aus dem Bericht erkennen kann, macht Siemens Healthineers den meisten Umsatz in dem Bereich Imaging, also der Bildgebung. Dieser Bereich macht am Gesamtumsatz etwa 62% aus. Dieser Bereich wächst auch gleichzeitig am stärksten bei Siemens Healthineers mit etwa 10% pro Jahr. Den zweitgrößten Anteil am Umsatz hat die Diagnostics Sparte mit  ca. 28%. Dies wächst leider nur mit 4% pro Jahr, was von den drei aufgelisteten Bereichen am wenigsten ist. Der letzte Bereich wird vertreten durch die Sparte Advanced Therapies, welche etwa 10% am Umsatz ausmacht und mit 9% pro Jahr wächst. Insgesamt wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 6%.Nun werden wir dir noch die Umsatzanteile nach Regionen zeigen, bevor wir genauer auf die wichtigsten Finanzkennzahlen eingehen.

Umsatz nach Regionen:

Quelle: Siemens Healthineers Gj-Bericht 2019 S.23

Aus der Übersicht über den Umsatzanteil nach Regionen lässt sich erkennen, dass sich der Gesamtumsatz relativ gleichmäßig über Amerika, EMEA (Europa,Afrika, Mittlerer Osten)und Asien inklusive Australien aufgeteilt. Im EMEA-Raum entfallen 4,62 Milliarden € des Umsatzes, Im Raum Amerika entfallen 5,80 Milliarden € des Umsatzes und in Asien inklusive Australien entfallen 4,1 Milliarden € des Umsatzes. Am stärksten wächst der Umsatz im Raum Asien inklusive Australien mit etwa 8% pro Jahr. Nun haben wir dir den Umsatz der verschiedenen Geschäftsbereiche und Regionen vorgestellt. Jetzt sind wir bereit für die Analyse der eigentlichen Finanzkennzahlen von Siemens Healthineers. Hier haben wir dir die wichtigsten Finanzkennzahlen aufgelistet:

Die wichigsten Kennzahlen

Kennzahlen20192018
Umsatz Gesamt14,5 Mrd. €13.4 Mrd. €
Umsatzkosten8.72 Mrd €7.96 Mrd. €
EBITDA2.9 Mrd. €2.5 Mrd €
Gewinn (nach Steuern)1.586 Mrd. €1.284 Mrd. €
EPS1,57€1,26€
kurzfristige Verbindlichkeit5.6 Mrd. €5.3 Mrd. €
langfristige Verbindlichkeiten6.0 Mrd. €5.8 Mrd. €
Verbindlichkeiten Gesamt11.6 Mrd. €11.1 Mrd. €
Bilanzsumme21.4 Mrd €19.8 Mrd. €
EK-Quote45,7%43,8%
Dividende je Aktie0,80 € (2,22%)0,70 € (1,85%)
Ausschüttungsquote50,9 %55,6 %
Quelle: Entnommen aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2019 und teilweise selber berechnet.

Bilanzanalyse

Das Geschäftsmodell von Siemens Healthineers als auch die Umsatzverteilung nach Geschäftsbereichen und Regionen sieht sehr vielversprechend aus. Das Produktportfolio ist gleichermaßen beeindruckend und unserer Meinung nach breit diversifiziert.

Zu der Bilanz von Siemens Healthineers lässt sich leider noch nicht so viel sagen, da das Unternehmen erst seit März 2018 an der Börse gelistet ist. Daher haben wir auch leider nur für 2 Geschäftsjahre Geschäftsberichte vorliegen. Der Umsatz ist von 2018 auf 2019 um 8% gewachsen, während die Umsatzkosten aber im Vergleich leider mehr gewachsen sind, nämlich um ungefähr 9,5%. Man kann daraus entnehmen, dass der Umsatz zwar ordentlich gestiegen ist, dies aber auch mit höheren Umsatzkosten einherging. Das EBITDA als auch der Gewinn nach Steuern konnte von 2018 auf 2019 gesteigert werden. Beeindruckend ist hierbei die starke Steigerung des EBITDAs, da hierdurch die EBITDA Marge von 18,7% auf 20% angewachsen ist. Eine steigende aber auch hohe EBITDA Marge kann einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten. Eine Steigerung dieser Marge ist also als äußerst positiv anzusehen. Wenn man sich nun die Umsatzrendite (Gewinn / Umsatz) anschaut kann man dort folgendes Beobachten: 2018: 9,58% während 2019: 10,94%. Auch hier ist die Rentabilität gestiegen.

Das Ergebnis je Aktie konnte von 2018 auf 2019 auch ordentlich gesteigert werden. Das Unternehmen visiert eine Zunahme des EPS von 10% p.a. an, was sie in 2019 mehr als geschafft haben. Das EPS stieg nämlich um 24,6% und die Dividende stieg daraufhin ebenfalls um 14,3%. Im gleichen Zug konnte sogar noch die Ausschüttungsquote von 55,6% in 2018 auf 50,9% in 2019 reduziert werden. Siemens Healthineers will langfristig 50% seiner Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Die Aktionäre hatten in 2019 auf jeden Fall eigentlich fast keinen Grund zum Meckern bekommen, da der Gewinn als auch die Dividende gestiegen sind im zweistelligen Prozentbereich.

Nun zum letzten Punkt unserer Bilanzanalyse. Wie sieht es mit der Verschuldung von Siemens Healthineers aus? Hierzu lässt sich sagen, dass die Verschuldung um eine halbe Milliarde Euro gestiegen ist von 2018 auf 2019. Das ist zunächst aber mal nicht weiter schlimm. Das Eigenkapital von Siemens Healthineers ist nämlich auch um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen von 2018 auf 2019 (2018: 8,675 Mrd. € / 2019: 9,782 Mrd. €). Damit liegt die Eigenkapitalquote im Jahr 2019 bei 45,7%. Im Jahr 2018 lag die Eigenkapitalquote noch bei 43,8%. Folglich ist die Eigenkapitalquote gestiegen und somit ist gleichermaßen die Fremdkapitalquote etwas gesunken.

Abschließendes Fazit zu Siemens Healthineers

Die Medizintechnik-Branche empfinde ich als eine der Zukunftsbranchen weltweit, gerade in der aktuellen Corona-Situation profitieren diese Unternehmen extrem stark. Eine steigende Weltbevölkerung und steigende Lebenserwartungen sind der perfekte Markt für die Gesundheitsbranche und dort insbesondere für die Medizintechnik.

So ist auch in Krisenzeiten ist die Nachfrage gesichert, denn man weiß ja nie, wann man krank wird. Denn wer wünscht sich nicht eine schnelle Genesung, wenn man krank ist?!
Vor allem langfristig ist Siemens Healthineers ein tolles Unternehmen mit einer tollen Marge, so wie Wachstum.

Wie bereits aus der Bilanzanalyse hervorgegangen ist, sehen die Umsätze in den verschiedenen Regionen und Geschäftsbereichen bisher echt gut aus und das Produktportfolio glänzt unserer Meinung nach ebenso. Auch die weiteren Kennzahlen, wie die angestrebte Ausschüttungsquote zwischen 50% und 60% jährlich oder die Steigerung der Dividende um mehr als 14% für das vergangene Geschäftsjahr. Das Eigenkapital konnte gesteigert werden und der Gewinn nach Steuern ebenso. Ein regelmäßiger Cashflow ist auch gegeben, denn die ausgegebenen Geräte müssen geprüft, gewartet und mit Ersatzteilen repariert werden. Außerdem werden die Produkte von Siemens Healthineers für eine erste Patientenanalyse zur Feststellung der Krankheit immer benötigt. Wie wir wissen zählen zu den wichtigsten Geräte unter anderem Ultraschallgeräte, Röntgengeräte, CT- und MRT- Geräte.

Da Siemens Healthineers allerdings erst seit 2018 an der Börse ist, sind die äußerst positiven Geschäftsjahre zunächst vorsichtig zu betrachten.Dennoch mit dem Zukauf des amerikanische auf Krebsbekämpfung spezialisierten Medizingeräteherstellers Varian Medical Systems für rund 16,4 Milliarden US Dollar will Siemens Healthineers im US-Geschäft noch deutlich wachsen, was ich als einen sehr wichtigen und richtigen Schritt für die Zukunft sehen.

Der Kauf soll schon im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein. Das amerikanische Unternehmen konzentriert sich vorwiegend auf die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Krebsbehandlungen und beschäftigt schon heute rund 10.000 Mitarbeiter.

Außerdem ist positiv zu erwähnen, dass beide Unternehmen bereits seit einem Jahrzehnt in Bereichen wie der Strahlentherapie-Diagnostik für die Krebsbehandlung zusammenarbeiten. Die bereits gemachten Erfahrungen und die MRT-Geräte bzw. CT-Scanner, die Varian Medical Systems in seinem Produktportfolio anbietet, passen daher super zu denen von Siemens Healthieers und ergänzen somit das bereits bestehende Portfolio des Medizintechnik Herstellers.

Durch den Zukauf wird außerdem der Markteintritt in den USA in diesem Bereich erleichtert.

Der Zukauf könnte Siemens Healthineers auch dazu helfen in den Dax aufzusteigen, das richtet sich jedoch nach dem Gesamtwert des Streubesitzes – also des Wertes der nicht bei Großaktionären liegenden Aktien – und den Handelsumsätzen der Aktie an der Börse. Durch eine Übernahme wird die geplante Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht den Aktienanteil von Siemens auf 72 von 85 Prozent senken und der Streubesitz soll entsprechend steigen. Mit dem einhergehenden höheren Streubesitz wiederum dürften auch die Handelsumsätze steigen, was die Chance des Aufstiegs in den Dax ebenfalls erhöht.

Zusammenfassend kann man auf jeden Fall sagen, dass das Unternehmen durchaus spannend ist und auch in der Zukunft hohe Renditen für seine Investoren abwerfen könnte. Für uns ist Siemens Healthineers daher aktuell ein klarer Kaufkandidat für langfristige Investoren mit einem Anlagehorizont von mehr als 10 Jahren.

Vielen Dank, dass du unsere Analyse bis zum Ende gelesen hast 🙂 Falls du dich für weitere Analysen interessierst, dann können wir dir folgende Blog-Beiträge empfehlen:

Außerdem würden wir uns freuen, wenn du mal in unseren Podcast “Finanzen.Parkett” reinhörst 🙂

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