Sparpläne für Aktien/ ETFs ein Fluch oder Segen?

Sparpläne für Aktien/ ETFs ein Fluch oder Segen?

Einleitung

Schön, dass du zu unserem Blog finanzenparkett.de gefunden hast 🙂 Heute soll es um das Thema Sparpläne gehen. Wir werden uns dafür mit der Frage beschäftigen, ob und inwiefern Sparpläne beim Vermögensaufbau sinnvoll sein können. Außerdem werden wir uns natürlich auch die negative Seite von Sparplänen anschauen und worauf man achten sollte, wenn man Aktien regelmäßig bespart.

Falls du diesen Artikel lieber anhören möchtest, dann kannst du gerne bei unserem Podcast Finanzen.Parkett vorbeischauen. Hier kommst du zur aktuellen Folge:

Podcast…

Vorteile von Sparplänen

Das regelmäßige Sparen in Aktien oder ETFs bietet dir zahlreiche Vorteile. Neben der Automation deiner Geldanlage investierst du auch noch komplett ohne Emotionen, da das Kaufdatum festgelegt ist und du den Kaufkurs damit auch nicht beeinflussen kannst. Der Mensch neigt dazu sehr emotional zu handeln bei der Geldanlage. Steigt eine Aktie beispielsweise wird diese sofort in hohen Summen teuer nachgekauft und sinkt eine Aktie wird diese meistens nicht nachgekauft, sondern direkt verkauft. Mit Sparplänen handelst du dagegen rational und deine Emotionen kommen dabei weniger ins Spiel.

Des Weiteren entsteht durch das ständige Nachkaufen einer Aktie durch den Sparplan der Cost-Average Effekt (oder zu deutsch Durchschnittskosteneffekt). Das heißt, dass die Chance sinkt, dass du die Aktie einmalig auf dem All-Time-High gekauft hast. Du kaufst diese Aktie monatlich oder quartalsweise nach und senkst damit deinen Einstandspreis im Verhältnis zu den Kurssteigerungen. Du kaufst also in Hoch- Tiefphasen einer Aktie gleichermaßen ein und erhältst damit einen guten durchschnittlichen Einstandskurs.

Ein weiterer positiver Faktor an Sparplänen ist, dass man mit vergleichsweise kleinen Summen sich erstmal an das Investieren herantasten kann. Bei Trade Republic kannst du beispielsweise bereits ab 10€ monatlich eine Aktie oder einen ETF besparen. Durch die Funktion von Sparplänen benötigst du quasi kein Startkapital und kannst direkt mit dem Sparen/ Investieren loslegen.

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Die fixen Kosten bei der Ausführung eines Sparplans können ein weiterer nicht unerheblicher Vorteil sein. Die meisten Depotanbieter verlangen 1,5% oder einen fixen Eurobetrag pro Ausführung. Man weiß also, was man am Ende bezahlen wird für seine Sparpläne und muss nicht jeden Orderbeleg aufs neue nach etwaigen Kosten studieren. Teilweise gibt es Aktions-ETFs bei denen keinerlei Gebühren im Sparplan anfallen. Dadurch werden die langfristigen Kosten für den Kauf von ETFs/Aktien planbarer als bei Einmalinvestitionen, da hier die Gebühren meist nach Investitionsvolumen anfallen.

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Beispiel:

Wir investieren über die nächsten 5 Monate 200€ pro Monat in einen MSCI World ETF:

  1. Monat: Kurs 200€ -> Wir kaufen 1,0 ETF Anteile
  2. Monat: Kurs 300€ -> Wir kaufen 0,66 ETF Anteile
  3. Monat: Kurs 200€ -> Wir kaufen 1,0 ETF Anteile
  4. Monat: Kurs 100€ -> Wir kaufen 2,0 ETF Anteile
  5. Monat: Kurs 200€ -> Wir kaufen 1,0 ETF Anteile

Zunächst würde man denken man hat weder was gewonnen noch was verloren, aber werfen wir mal einen genaueren Blick darauf.

Über die Zeit haben wir in Summe 5,66 ETF Anteile gekauft. Multipliziert man diese ETF Anteile mit 200€ (also dem letzten Kurs), so ergibt sich ein Depotwert von 1.132€.

Investiert haben wir allerdings nur 5 x 200€ in den ETF. Somit insgesamt 1.000€.

Das bedeutet der Gewinn aus dem Cost-Average Effekt sind die 132€.

Gefahren von Sparplänen

Neben den Vorteilen gibt es wie immer im Leben auch Nachteile/ Gefahren von Sparplänen.

Ein Nachteil sind die über Jahre anlaufenden hohen Kosten. Es sind zwar nur 1,5% Gebühren für eine Sparplanausführung bei einigen Anbietern. Dennoch gehen auch diese 1,5% langfristig ordentlich ins Geld. Für ein Sparplanvolumen von 1000€ im Monat fallen alleine 15€ Kosten im Monat an. Im Jahr sind das dann 180€ Kosten. Rechnet man das auf 10 Jahre hoch gehen einem quasi fast 2 Sparplanausführungen in 10 Jahren drauf, um die Gebühren bezahlen zu können. Wie man also sieht, sollte man sich bei sehr hohen Sparplan Volumina langfristig wieder in Einzelkäufe orientieren.

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Ein weiterer nicht zu vergessender Nachteil oder sogar eine Gefahr können Aktien/ETF-Brüchstücke sein. Diese Bruchstücke lassen sich teils nur sehr schwer verkaufen und in manchen fällen sogar gar nicht. Daher sollte man es langfristig vermeiden viele Aktien/ETFs mit Bruchstücken zu besitzen, da diese dann teilweise unverkäuflich sind.

Ein weiterer Nachteil ist, dass es nicht möglich ist Überrenditen erzielen zu können, da man über einen Zeitraum/ Periode X den Durchschnitt kauft und es keine “Einmalanlage” ist.

Fazit

Wir hoffen nun, dass wir dir den Cost-Average Effekt und die positiven und negativen Seiten von Aktien/ ETF Sparplänen genauer erläutern konnten.
Langfristig, das heißt über mindestens die nächsten 10 Jahre, macht man mit einem Aktien/ ETF Sparplan nichts verkehrt, sondern schafft hiermit eine solide Grundlage für das Alter, ohne ein allzu großes Risiko eingehen zu müssen. Sparpläne sind daher gut geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau.

Vielen Dank, dass du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast. 🙂

Wir können dir die folgenden Unternehmensvorstellungen und Analysen empfehlen:

Social Media von Jannik (Finanzenfuchs):

Social Media von Gerrit (Parkett.Hirsch):

Disclaimer: Wir betreiben hier keine Anlageberatung. Wir wollen hier keine Aktien oder anderen Finanzprodukte verkaufen. Für ein Investment muss man sich immer eine eigene Meinung bilden!

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